24.01.2019: Folgen der industriellen Landwirtschaft

Donnerstag, 24. Januar 2019
19 Uhr, VHS Hamm
Referent: Josef Tumbrinck, NABU-NRW-Landesvorsitzender
Der Eintritt ist frei.

Folgen der industriellen Landwirtschaft
für Natur und Menschen
Josef Tumbrinck, NABU, referiert über die Auswirkungen unserer industrialisierten Landwirtschaft. Er geht dabei auf die hohen Nitratwerte, die Wasserqualität sowie auf den Verbrauch an Pestiziden und den Artenschwund ein. Die Folgen zeigt er für Menschen und Natur beispielhaft an den Lebensweisen der Insekten, Wild- und Honigbienen.
Im Vordergrund der Veranstaltung stehen die globalen Folgen der Agrarwirtschaft Deutschlands und Alternativen hin einer zukunftsfähigen Landwirtschaft:
Welche Folgen hat die industrielle Landwirtschaft Deutschlands für die Länder des globalen Südens wie Brasilien und Argentinien?
Welche Zulassungsverfahren gibt es, die den Einsatz u.a. von Glyphosat verhindern können?
Welche Ansätze schlagen z.B. AbL, NABU und andere Umweltinitiativen vor?
In Kooperation mit NABU, NaturFreunde und der VHS Hamm.
Gefördert vom Engagement Global aus EpiB-Mitteln der Servicestelle NRW.


Bericht zum Abendgespräch
Über 65 interessierte Zuhörer kamen zum Vortrag des NABU-Landesvorsitzenden, Josef Tumbrinck. Auf Einladung des NABU, der Naturfreunden und FUgE berichtete Harald Haun, Landwirt aus Hamm, zunächst über die positiven Stimmung bei der vergangenen Demonstration „Wir haben es satt“ in Berlin, zu der über 20 Menschen aus Hamm morgens mitreisten.
Nach der Begrüßung von Carsten Nüsken erläuterte Tumbrinck anhand von Grafiken die vielfältigen negativen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft. So sind inzwischen 70% der Insekten und 50% der Feldvogelarten aus der Landschaft verschwunden. „Dies ist eine Folge der intensiven Landwirtschaft, die kaum noch einen Lebensraum für wild lebende Pflanzen und Tiere bietet. Zudem werden die europäischen Vorgaben zum Nitrat im Trinkwasser vielfach überschritten, was auf die intensive Tierhaltung und Düngung zurückzuführen ist“, so Tumbrinck.
Neben der von Tumbrinck als verfehlt eingeschätzten EU-Agrarpolitik, die den intensiven Ackerbau bevorzugt, machte er Hoffnung in seiner Vision für das Jahr 2040 auf grundlegende Verbesserungen in der Landwirtschaft: mehr Bio-Anbau (in NRW von 5 auf 25%), weniger Nitrat und Pestizide (Glyphosat-Verbot ab 2023), Reduzierung der Tierhaltung und damit insgesamt eine Landwirtschaft, die aktiv gegen den Klimawandel arbeitet und eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln anstrebt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine lebhafte Diskussion rund um die genannte Problematik.
V.i.d.s.P.: Marcos A. da Costa Melo, Eine-Welt-Promotor Hamm/Hellwegregion, FUgE Hamm.