10.12.2022: Aus der Hellwegregion Juli-Dezember 2022

=> Regional und Fair gehören zusammen
=> Nachhaltige und faire Einrichtungen ausgezeichnet
=> Eine-Welt-Engagement auf breiter Basis
in: FUgE-News Ausgabe 02/2022

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Faire Jugend
Im Rahmen des Eine-Welt- und Umwelttages im Maximilianpark wurde die Stadtteiljugendarbeit
Hamm-Westen zum nachhaltigen Jugendzentrum ernannt. Verliehen wurde das Zertifikat von der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Zertifikat erhalten haben“, sagt Sonja Knobloch, die die Jugendarbeit im Westen zusammen mit Onur Ünal leitet.
„Die lange Arbeit dahin hat sich ausgezahlt und wir hatten mit FUgE, die uns dabei unterstützt hat, einen tollen Partner.“ Der Zertifizierung ging ein langer Weg an Engagement voraus. So müssen die Jugendlichen bei dem Prozess eingebunden und Öffentlichkeitsarbeit über durchgeführte Nachhaltigkeitsprojekte geleistet werden. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden der Stadtteiljugendarbeit eine Urkunde und ein Zertifizierungsschild überreicht, das an das Gemeindehaus der Christuskirche angebracht werden soll. Zudem gab es einen Gutschein für den Weltladen in Hamm.

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Jugendkirche als „Faires Jugendhaus“ zertifiziert
Die Jugendkirche im Evangelischen Kirchenkreis Hamm darf sich als zweite evangelische Einrichtung der Stadt „Faires Jugendhaus“ nennen. Schon seit langem engagieren sich die Jugendlichen für mehr Nachhaltigkeit und haben sich selber strenge Regeln gegeben. In zahlreichen Aktionen haben sie in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass für sie Nachhaltigkeit mehr als eine leere Floskel ist.
Mit einem Zertifikat wurde die Jugendkirche im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10jährigen Bestehen der Fairtrade Town Hamm als Faires Jugendhaus ausgezeichnet.

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Kijuna? Ausgezeichnet!
Es fing mit einer Frage an, die ich vor rund einem Jahr Ulrike Sturm, Regionalpromotorin des FUgE e.V., stellte: „Sag einmal, gibt es eigentlich eine Auszeichnung in puncto Nachhaltigkeit – ähnlich dem Fair- Trade-Siegel – speziell für Jugendhilfe-Einrichtungen?“ Nach kurzer und findiger Recherche kam die Antwort. Ja, tatsächlich. Kijuna!
KIJUNA ist die Abkürzung für Kinder Jugend und Nachhaltigkeit und prämiert als Projekt der KJSH-Stiftung jährlich nachhaltige Bildung in der Jugendhilfe. Das Ziel dabei: Menschen in stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen verstärkt eine Chance auf Teilhabe an diesem gesellschaftlich so wichtigen Thema zu geben. Ende November endet nun die Bewerbungsfrist für diese nachhaltige Auszeichnung. Im Frühjahr 2024 gibt der Kijuna -Si ege l r a tdann die neuen Preisträger*innen bekannt.
Im März dieses Jahres wurden rund 200 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Jugendhilfeeinrichtungen in NRW, Berlin/Brandenburg und Schleswig-Holstein von Kijuna und dem Siegelrat für ihr nachhaltiges Engagement prämiert. Bei der feierlichen und coronabedingt online veranstalteten Preisverleihung wurden alle stationären Jugendhilfe-Einrichtungen der Malteser Werke ausgezeichnet, darunter auch drei Einrichtungen aus Hamm. In den Gruppen passiert tagtäglich so Einiges in puncto Nachhaltigkeit: seien es die Energierundgänge, das Bauen von Insektenhotels, das Upcycling von Möbeln, Projektarbeiten zu „Mülltrennung, Umweltsiegel & Co“ oder das aktive Helfen bei dem Eifel-Hochwasser im letzten Jahr. So ist die Auszeichnung ein dickes und verdientes Lob für das Engagement und den Eifer der Kinder und Jugendlichen. Auch die Stadt Hamm, in persona der Klimaschutzbeauftragte Tobias Garske, würdigte das nachhaltige Engagement der Kinder und Jugendlichen in seiner Laudation – und darüber hinaus mit einem 100 Euro-Gutschein des Biobauernhofes Damberg und des Eine-Welt-Eine-Umwelt- Ladens der FUgE.
Und getreu dem Motto „Nach dem Siegel ist vor dem Siegel“ bewerben sich die Malteser-Einrichtungen auch in diesem Jahr erneut bei Kijuna. Denn Nachhaltigkeit ist keine Eintagsfliege, sondern vielmehr ein Langzeitvorhaben.
Die Preisträger 2022: Kinderund Jugendhilfeeinrichtung „die Wattenbeker“, KJHV Berlin Brandenburg, KJHV Rheinland, Abteilung Jugend & Soziales der Malteser Werke gGmbH/Stationäre Jugendhilfe.

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Aus der Region
Es tut gut, das große Engagement für die Eine Welt zu sehen. Als Regionalpromotor*innen freuen wir uns darüber, dass in der Hamm-Hellwegregion so viele Menschen aktiv sind. Einige Beispiele möchten wir an dieser Stelle vorstellen.
Weltrettung für Anfänger*innen!
Klima, Menschenrechte, Nachhaltigkeit – es gibt unzählige Gründe und Wege, sich für die Eine Welt zu engagieren. Am 7. Oktober veranstalteten Ulrike Sturm als Regionalpromotorin sowie Svenja Bloom und Mara Urich (Promotorinnen für Junges Engagement, Eine Welt Netz NRW) erstmals gemeinsam einen Workshop für junge Menschen, um ihnen einen Einblick in nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Mit circa 18 Teilnehmenden gab es – neben Kaffee und Tee – zu Beginn eine kleine Yoga-Einheit zum Wachwerden. Anhand eines Weltverteilungsspiels wurde spielerisch und interaktiv deutlich, wie (ungleich) Ressourcen global verteilt sind und woran das liegt. Zudem gab es einen kleinen Überblick der UN-Nachhaltigkeitsziele und viel Raum für Austausch und Diskussion. Was bedeutet Engagement eigentlich? Und was bedeutet nachhaltige Entwicklung? Was können wir gegen globale Ungerechtigkeiten tun? Diese und viele weitere Fragen haben sich die Teilnehmenden im Workshop und beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen gestellt und besprochen.
14 Tage später vertieften das Promotorinnen-Trio mit einigen Interessierten die Themen. Ob sich in naher Zukunft hieraus eine neue Open Globe Gruppe bilden kann, wird sich zeigen. Die Promotorinnen bleiben auf jeden Fall gemeinsam am Ball und eine nächste Aktion ist für den 11. Februar 2023 im Rahmen der Mitmach-Messe für mehr Nachhaltigkeit in der VHS bereits in Planung.

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„Welfair“ am Start
Jetzt ist es amtlich: Welver ist die 811. Fairtrade Town in Deutschland! Am 21. Oktober 2022 überreichte der Fairtrade Ehrenbotschafter Manfred Holz im Rahmen einer Feierstunde die Urkunde an Bürgermeister Camilo Garzen sowie die Mitglieder der Steuerungsgruppe Andreas Pack, Bärbel Brune und Alicia Sommer von der Stabsstelle. Damit wurde der „lange Atem“, den die Steuerungsgruppe bewies, belohnt. Begleitet wurde die Feierstunde vom Chor „Bella Cantate“ sowie von der Chorleiterin Michaela Horstmann und Georg Twittenhoff, die mit ihren musikalischen Beiträgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgten. Faire Produkte, die es in Welver zu erwerben gibt, und ein faires Buffet rundeten die Veranstaltung ab.
Auch der stellvertretende Landrat Markus Patzke lobte Welver und freute sich, eine weitere Gemeinde als Fairtrade Town im Kreis Soest begrüßen zu dürfen. „Jeder kann etwas bewirken“, ist er sich sicher. Manfred Holz bestärkte ihn darin und rief dazu auf „My Fair Ladies und Gentlemen, kaufen Sie bio, fair, regional und saisonal, dann sind Sie auf dem besten Wege, um Armut zu bekämpfen.“
So gestärkt, plant die Steuerungsgruppe bereits neue Aktionen. Neue Mitglieder, die den Fairen Handel in Welver mit voranbringen möchten, sind in der Gruppe ausdrücklich erwünscht.

Faires Fußballturnier
Am ersten Fairtrade Fußballturnier der Fairtrade Schools in Hamm nahmen rund 1.200 Schüler*innen aus 21 Klassen an. Gespielt wurde auf dem Gelände der Hammer Spielvereinigung. Zum Anstoß kam auch Bürgermeister Marc Herter.
Bei den Jüngsten war die Mannschaft „Team Ballkünstler“ erfolgreich, gefolgt von „Fortuna Marienschule 6“ und „Die Einhörner“. In der Kategorie „7/8 Klasse“ konnte sich „Team Fokus“ durchsetzen, auf den Plätzen zwei und drei landeten „SC Realschule Mark“ und „FC 7c“. Bei den Ältesten gewann die Mannschaft „Realschule Mark SV“ und verwies den „FC Sucuk“ auf den 2. Platz. Dritter wurde der „SSV Elisabeth-Lüders-Berufskolleg“. Alle Teams erhielten unter anderem fair gehandelte Süßigkeiten als Belohnung, die Sieger erhielten zudem Freikarten für Einrichtungen der Stadt. Jede Schule erhielt ebenfalls fair gehandelte Bälle als Erinnerung. Gesponsert wurden die Preise dabei vom Umweltamt der Stadt Hamm im Rahmen der Klimaschutzkampagne.

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Ausstellungen
Die Ausstellung „Reise einer Jeans“ des FUgE konnten Interessierte im Rahmen der Fairen Woche sowohl in der VHS Werl als auch im Kulturfenster am Hellweg in Geseke besuchen. Die Macher*innen freuen sich sehr, dass sie die Ausstellung, die den rund 50.000 km langen Produktionsweg der Kulthose nachvollzieht, nun auch in die Hellweg-Region vermitteln konnten. Während die Ausstellung in Werl vor allem während der Öffnungszeiten der VHS zu besichtigen war, wurde sie in Geseke vor allem auch von Schulklassenbesucht. Die Steuerungsgruppe Fairtrade Town, die die Ausstellungnach Geseke geholt hat, bot hier Führungen an. So setzten sich zum Beispiel die Oberstufenschüler*innen des Antonianums mit den Produktionsbedingungen und den Folgen für Mensch und Natur im Globalen Süden auseinander. Damit wurde das Ziel, einen Input zu geben, um über die Welt und Umwelt nachzudenken, erreicht. Katja Greuel von der Steuerungsgruppeerarbeitete mit den Schüler*innen aber auch Ideen, wie der Kleiderkonsum fairer gestaltet werden kann.

Stadtökologische Entdecktour überarbeitet
„Mit den Fugis durch Hamm“, so lautet das Motto der stadtökologischen Entdeckungstour, die von der engagierten Klasse 9a der Friedrich-Ebert-Realschule nun auf den neusten Stand gebracht wird. Denn das Konzept wurde vor 20 Jahren von der damaligen BUND-Jugendgruppe entworfen. Schon vor den Herbstferien hatte die Klasse 5d der Friedensschule die Rallye unter die Lupe genommen und einige Verbesserungsvorschläge gemacht. Nun wird intensiv in Kleingruppen an einer Verbesserung der Tour gearbeitet.
Eine Schülerin aus der 11. Klasse wird dazu eine Geocaching- Tour konzipieren.
Die Rallye kann ab Januar 2023 bei FUgE gebucht werden.

Mit der freundlichen Unterstützung des Promotor*innen-Programms für Eine Welt in der Hellwegregion, das von Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert wird.