Unterrichtseinheit: Rohstoffwunder Handy

Rohstoffwunder Handy – stylisch oder nachhaltig?
Unterrichtseinheit zum Thema nachhaltige Handys und Smartphones

Siehe dazu die Rollups Rohstoffwunder-Handy =>
Siehe Ausstellung-Rohstoffwunder-Handy.pdf

Für viele Menschen  ist ein Leben ohne Handy kaum noch vorstellbar. Statistisch gesehen hat jeder Mensch in Deutschland mindestens 1,3 Handys. Dabei sinkt die Nutzungsdauer der Geräte stetig. Dies hat massive Folgen für Mensch und Umwelt entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Handys. So ist kaum bekannt, welchen ökologischen Rucksack die Geräte mit sich tragen und unter welchen Arbeitsbedingungen die Geräte produziert werden.

Mit dieser Unterrichtseinheit soll bei den Teilnehmenden das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit dem eigenen Handykonsum geschärft werden. Am Ende der Einheit steht eine Diskussion über Handlungsoptionen.

Unser Angebot richtet sich an Schüler und Schülerinnen der Klassen 7 und 8 aller Schulformen und wird direkt in der Schule durchgeführt.

Dauer: 3 Unterrichtsstunden à 45 Minuten
Kosten: 1 Euro pro Schüler/in
Anmeldung: kasten@fuge-hamm.de

Die Unterrichtseinheit „Rohstoffwunder Handy“ findet im Rahmen des FUgE-Projekts „Nachhaltig konsumieren—Ressourcen schonen statt“, das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

Kurze Vorstellung der Einheiten
Mit unterschiedlichen Methoden wird die Wertschöpfungskette eines Smartphones nachvollzogen. Dabei wird der Schwerpunkt auf den ökologischen Rucksack sowie den Arbeitsbedingungen in der Produktion gelegt. Am Ende der Unterrichtseinheit wird diskutiert, welche Handlungsmöglichkeiten die Jugendlichen haben, um den ökologischen Rucksack kleiner zu gestalten und ob es möglich ist auch auf die Arbeitsbedingungen Einfluss zu nehmen.

In der ersten Phase werden die Schülerinnen und Schüler (SuS) auf das Thema Handy eingestimmt. Nach der Vorstellung der Referenten, von FUgE und dem Projekt, werden die SuS spielerisch u.a. mit einem Stimmungsbarometer und einem Quiz auf das Thema Handy eingestimmt.

In der zweiten Phase wird die Methode „Gruppenpuzzle“ angewendet. Das Thema „Wertschöpfungs-kette eines Handys/ Smartphones“ wird in dabei folgende fünf Themen unterteilt.

1) Der Aufbau eines Handys. Die SuS können ein altes Handy oder Smartphone in Einzelteile zerlegen. Sie überlegen, welche Rohstoffe eingesetzt wurden und setzen sich mit einem Rohstoff näher auseinander. Am Ende können sie ihr Wissen direkt mittels eines Quiz überprüfen.

2) Rohstoffe. Die SuS erstellen Steckbriefe zu einzelne im Handy verwendete Rohstoffe. Anhand von Lebensgeschichten erfahren sie mehr darüber, wo die Rohstoffe herkommen und unter welchen Bedingungen für Mensch und Natur sie abgebaut werden.

3) Mehr als Whats App – zur Nutzung des Handys. Die SuS diskutieren ihre eigenen Nutzungsgewohnheiten. Anschließend erfahren sie anhand von Kurzfilmen und Texten welche Chancen Menschen in Ländern des Südens durch die Nutzung von Smartphones bekommen.

4) Lohn zum Leben? Die SuS erfahren etwas über die Arbeitsbedingungen in der Handyproduktion. Spielerisch sind sie dem Druck in einer Fabrik ausgesetzt, lesen kurze Texte und berechnen Löhne.

5) Nicht mehr gebraucht und dann? Die SuS überlegen, was mit alten Handys geschieht. Sie erfahren mehr über Schrottexporte nach Ghana und Möglichkeiten Handy zu recyceln.

Die SuS werden in fünf Gruppen unterteilt. Jede Gruppe erarbeitet eines der obigen Themen und bildet so Experten aus. In der nächsten Phase werden die Gruppen neu gemischt, so dass in den fünf neuen Gruppen jeweils mindestens ein Experte aus den alten Gruppen sitzt. Jeder Experte stellt nun sein Spezialwissen den anderen Gruppenmitgliedern vor. Anhand einer Aufgabe können die SuS überprüfen, ob sie ihr Wissen korrekt zusammengefügt haben.

In der dritten Phase kommen die SuS wieder im Plenum zusammen. Die Wertschöpfungskette wird noch einmal kurz gemeinsam vorgestellt. Dabei wird erfragt, welche Fakten neu waren und was besonders überrascht hat. Die SuS lernen das Konzept des „ökologischen Rucksacks“ kennen und lernen dieses auf das Handy / Smartphones anzuwenden.

Nachdem die SuS die Wertschöpfungskette eines Smartphones sowie das Konzept des ökologischen Rucksacks kennengelernt haben, überlegen sie, ob und wie sie durch ihr Nutzungs- und Konsumverhalten die Größe des ökologischen Rucksacks beeinflussen können. Auch wird überlegt, ob und wie sie Einfluss auf die Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette nehmen können. Gemeinsam werden Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Handykonsum erarbeitet. Das Stimmungsbarometer wird erneut durchgeführt und die Ergebnisse aus dem ersten und dem zweiten Durchgang verglichen.
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