29.10.2025: Sojaanbau und die Bedrohung von Indigenen und traditionellen Gemeinschaften in Brasilien

Mittwoch, 29. Oktober 2025, um 19 Uhr
FUgE – Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (Begegnungsraum)
Oststraße 12, 59065 Hamm
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

„Kein Klimaschutz ohne Menschenrechte“ lautet die Forderung der Landbevölkerung im brasilianischen Bundesstaat Maranhão. Auf Einladung von FUgE (Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung) und der Brasilien-AG der AbL NRW (Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Gemeinschaft) können Interessierte am 29. Oktober 2025 um 19 Uhr in der Oststraße 12 in Hamm mit der Menschenrechtaktivistin Raimunda Francisca da Paz und dem Geographen Dr. Ronaldo Sodré ins Gespräch kommen. Die beiden informieren im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP30 über den Widerstand von Indigenen und traditionellen Gemeinschaften gegen das Agrobusiness im Nordosten Brasiliens.

Der Soja-Anbau hat für Menschen und Umwelt im Nordosten Brasiliens verheerende Folgen. So verursacht die Soja-Lieferkette Landraub, Vergiftung von Böden, Flüssen und Grundwasser, Vertreibung von Indigenen, traditionellen Gemeinschaften sowie kleinbäuerlichen Familien oft mit Duldung von Regierung und Justiz. Zwischen 2023 und 2024 verdoppelten sich in diesem Zusammenhang die Gewalttaten auf dem Land von 210 auf 420 Fälle. In den vergangenen fünf Jahren wurden zudem 19 Sprecher afrobrasilianischer Gemeinschaften getötet. Bei der Entwaldung ist das Bundesland brasilienweit Spitzenreiter. Die Ausbreitung der Großbetriebe von mehr als 20.000 ha verdrängt kleinbäuerliche Betriebe, die für die Ernährungssicherheit des Landes essenziell sind. „Angesichts des Klimawandels und der Menschenrechtsverletzungen an den traditionellen Gemeinschaften brauchen wir neue internationale Allianzen. Es gibt keinen Klimaschutz ohne Menschenrechte“, so Francisca da Paz. Raimunda Francisca da Paz ist Leiterin des Menschenrechtszentrums der Diözese Balsas, und Prof. Dr. Ronaldo Sodré lehrt am Fachbereich Geowissenschaften an der Bundesuniversität von Maranhão. Ihre Beiträge werden aus dem Portugiesischen ins Deutsche durch Johannes Holz übersetzt.
Die Moderation übernimmt Uwe Hartmeier, Brasilien-AG der AbL NRW.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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PPPräsentation von den Referen*innen:
2025-10-09_Ronaldo zu Soja-Anbeu in Maranhao_low
IMPRESSIONEN aus dem Abend, AbL-Fachgespräch und Besuch beim Bio-Hoff Schlieper in Hamm

Mit der freundlichen Unterstützung des Fachpromotors für Eine Welt Engagement in der Migrationsgesellschaft im Rahmen des Promotor*innen-Programms.