Donnerstag, 7. Mai 2025, 18 Uhr
Stadtbücherei Hagen, Springe 1
Öffnungszeiten wird bald hier bekannt gegeben.
(bis zum 3. Juni 2026 dort zu sehen)
Der Eintritt ist frei.
„Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“
Ein vergessenes Kapitel der Geschichte.
Ausstellungseröffnung mit Cheikh Djibril Kane (Historiker/Jappoo/ADAGE)
Siehe Plakat als PDF-Datei HIER
Anlässlich des 81-jährigen Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkrieges lädt die Stadtbücherei Hagen mit ihren Kooperationspartnern zur Eröffnung der Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ ein.
Nach der Begrüßung durch Dorothé Schlautmann, Leiterin der Stadtbücherei Hagen (angefragt), spricht der senegalesische Historiker und Aktivist Cheikh Djibril Kane mit Serge Palasie, Fachpromotor Entwicklungspolitische Bildungsarbeit Fokus Afrika, über die vielfältige Ausstellung, die durch Audiostationen, Bildtafeln, Kurzvideos und Landkarten ein vergessenes Kapitel der Geschichte intensiv behandelt.
Die Ausstellung ist eine Ansage gegen eine eurozentrische Geschichtsschreibung, die erzählt, dass am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann. Tatsächlich markiert dieses Datum den Kriegsbeginn in Europa. Bereits ab 1935 führte die faschistische Regierung Mussolinis mit rund 300.000 Soldaten aus Italien, Libyen, Eritrea und Somaliland einen Vernichtungskrieg gegen Äthiopien.
Von den 11 Millionen Soldaten, die Großbritannien als größte Kolonialmacht im Zweiten Weltkrieg einsetzte, kamen fünf Millionen aus den Kolonien, davon 2,5 Millionen Soldaten aus Indien und eine Million Soldaten aus afrikanischen Ländern. Indien stellte damit die größte Kolonialarmee der Geschichte. Unter französischem Kommando dienten über eine Million Kolonialsoldaten aus Afrika. „Ohne sie wäre Frankreich damals kaum zur Siegermacht geworden“, so Cheikh Kane. Afrikaner*innen aus den französischen oder englischen Kolonien, die den Einsatz verweigerten, drohten Geldbußen, körperliche Züchtigung oder Gefängnis.
Darüber hinaus berichtet die Ausstellung über hunderttausende Frauen aus China und Korea, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden. Aber auch Themen wie die „Judenverfolgung außerhalb Europas“ und „Kollaboration von Politikern aus der sog. Dritten Welt mit den faschistischen Achsenmächten“ werden in der Ausstellung aufgegriffen.
Die Ausstellung von Recherche International Köln ist bis zum 3. Juni 2026 in der Stadtbücherei Hagen zu sehen. Sie ist auch digital unter https://ausstellung.3www2.de abrufbar.
Der Historiker Cheikh Djibril Kane berichtet u.a. über das Massaker von Thiaroye: 1944 erschossen französische Soldaten Dutzende von Senegalesen, die im Weltkrieg für Frankreich gekämpft hatten. Sie hatten sich dagegen gewehrt, um ihren Sold betrogen zu werden. Das Massaker hat sich in die kollektive Psyche der Senegalesen eingebrannt.
Eine Veranstaltung von AllerWeltHaus, Europa-Büro Hagen, Hagener Heimatbund, Stadtbücherei und VHS Hagen in Kooperation mit FUgE Hamm und Recherche International Köln.
Mit der freundlichen Unterstützung des Fachpromotors für Eine Welt Engagement in der Migrationsgesellschaft.