Interkulturelle Hammer Interviews

Im Rahmen des Projektes „Interkulturelle Hammer Interviews“ hat FUgE e.V. in Zusammenarbeit mit radio continental drift im Jahr 2021 Gespräche mit Migrantinnen und Geflüchteten geführt.

Hier geht es darum, den sog. „Migrationshintergrund“ buchstäblich zu Wort kommen zu lassen, und zwar vor allem durch die Erfahrungen von Frauen, die sich im Laufe ihrer Lebensgeschichte als Zugewanderte und Schutzsuchende in der deutschen Gesellschaft wiedergefunden haben.
Was sind ihre Erfahrungen in der deutschen Gesellschaft und vor Ort in Hamm? Fühlen sie sich wohl, akzeptiert, respektiert? Wie erleben sie den Zugang zu sozialen Unterstützungen, zum Arbeitsmarkt, zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe? Über welche Fortschritte oder Rückschläge in dieser Beziehung können sie uns berichten? Vermissen sie etwas?

neue-allianzen-kurzDie Protagonistinnen der Interviews sprechen u.a. über ihre Flucht- und Einwanderungsgeschichte, über die Unterschiede zwischen der alten und der neuen Heimat – in diesen Fall Hamm. Durch die Erzählungen der Frauen können Zuhörer*innen zusammen mit ihnen diese Unterschiede betrachten und Gemeinsamkeiten unter den Kulturen und sozialen Lebenszusammenhängen entdecken. Hier begegnen die Zuhörer*innen auch den globalen Zusammenhängen von Ungleichheiten, Armut und Ausgrenzungen – nicht zuletzt auch in den Geschlechterverhältnissen hier wie dort.

Durch diese Interview-Reihe möchten die erzählenden Frauen Mitbürger*innen neugierig machen und ermuntern, die Vielfalt der Lebenserfahrungen, der Kulturen, und generell des Wissens in der Gesellschaft hier vor Ort und im Austausch mit den neu Hinzugekommenen selbst zu erkunden. 
Ohne Zweifel werden wir so auch soziale Ungleichheit und Barrieren der Teilhabe in unserer Gesellschaft begegnen und von mehr als einer Seite, nämlich mit den Erzählenden betrachten. Hier entsteht auch die Chance, Ungleichheiten gezielt abzubauen, denn mit Erstaunen können wir in jeder der Erfahrungsberichte die Erkenntnis der Erzählenden selbst miterleben: wir sind wohl alle in mehr als einer Kultur zu Hause.

Protagonistinnen (zum Teil anonymisiert) der Interview-Reihe 2021

Maryam aus Afghanistanmaryam-aus-afghanistan
„Deutschland ist mein Heimatland. Es gibt hier so viele Möglichkeiten für mich; für die Frauen …!“ so beginnt Maryam ihre Erzählung.
Die 31-jährige Frau aus Afghanistan kommt 2015 mit ihrer ganzen Familie, insgesamt 16 Personen, nach Deutschland; zunächst nach Wesel, dann nach Hamm.
Maryam kommt aus einem Dorf in der Nähe von Urozgan im abgelegenen Bergland zwischen Kabul und Kandahar. In ihren Beschreibungen nimmt sie uns mit in das Leben auf dem Land; die Gefahren und Einschränkungen im abgelegenen Bergland. Sie gibt uns vor allem Einblicke in das Leben der Frauen und beschreibt ihr eigenes Leben als heranwachsende Frau in der Großfamilie auf dem Hof des Großvaters. …
Weiteres unter https://archive.org/details/Maryam_aus_Afghanistan

Felicitas von den Philippinenfelicitas-philippinen-foto
„Ich habe zwei Mütter …“ und, „die Frauen sind so kämpferisch…“ sind zwei Zitate aus Felicitas‘ Bericht, die etwas von der wichtigen Rolle der Frauen in ihrem Leben andeuten können. Die 52- jährige Frau und erfahrene Krankenschwester kommt aus Laoag City, der Hauptstadt des Bezirks Ilocos Norte, im Norden des Inselstaates Philippinen. Mit 24 kommt sie durch Heirat nach Deutschland und direkt nach Hamm.
Felicitas wächst als siebte von neun Geschwistern auf; der nächst ältere Bruder ist ihr ständiger Begleiter; die beiden ältesten Schwestern übernehmen Mutterrolle, denn die Mutter arbeitet die meiste Zeit des Tages auf dem Markt im Fischverkauf. Der Vater geht fischen und bereitet das Essen für die Familie zu; den übrigen Tag arbeitet er in der Bauindustrie. …
Weiteres unter https://archive.org/details/Felicitas_von_den_Philippinen

Sara aus dem Iransara-aus-dem-iran
„In Deutschland habe ich viele Mütter und viele Väter,“ sagt Sara in ihrer Lebenserzählung.
Die 50-jährige Frau aus dem Iran kommt 2015 mit ihren beiden Söhnen, sechzehn und dreizehn Jahre, nach Deutschland. Zunächst kamen sie nach Hamm-Heessen, leben dann für einige Jahre in Versmold und kommen abschließend zurück nach Hamm.
Sara kommt aus der Industriestadt Ahwaz im Süden des Landes, unweit vom Persischen Golf und der Grenze zum Irak. Wie die Mehrheit der Bevölkerung in der Stadt spricht auch Sara Arabisch und Persisch. …
Weiteres unter https://archive.org/details/Sara_aus_dem_Iran

Mary aus Kenia
„In unserer Kultur müssen die Kleinen auf die Älteren hören“ erzählt Mary im Interview. Die 45-jährige Frau aus Kenia hat eine hohe Aufmerksamkeit für kulturelle Ausdrucksformen und deren Unterschiede. Und so wird sie dann in Deutschland auch ganz bewusst in der deutsch-afrikanischen Diaspora zu einer Brücke für andere.
Mary wuchs in einer großen Familie in der Hafenstadt Malindi, am Indischen Ozean, ca.120 km nördlich von Mombasa auf. Geboren ist sie allerdings in einem Dorf, namens Kirinyaga, unweit vom Mount Kenya. Mary gehört zu den jüngeren von insgesamt 16 Geschwistern. Die Familie arbeitet in der Landwirtschaft, ist Selbstversorger, aber gleichzeitig auch in einer Kaffee-Kooperativen organisiert. Das hilft das Einkommen zu verbessern, so dass die Kinder zur Schule gehen können und auch medizinische Versorgung gesichert ist. Vor der Schule arbeitet jedes Kind für eine Stunde in der Kaffeeplantage. Hier gehören die umliegenden Nachbarn auch zur Familie. …
Weiteres unter https://archive.org/details/Mary_aus_Kenia
Ein Interview mit Mary auf English ist hier https://archive.org/details/Wacuka-in-between-cultures

Ein Interkultur-Projekt von FUgE e.V. mit radio continental drift, www.radiocontinentaldrift.wordpress.com
Gefördert durch das Kommunale Integrationszentrum Hamm im Rahmen des Förderprogramms KOMM-AN des Landes NRW für das Förderjahr 2021.

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Mit der freundlichen des Promotor*innen-Programms für interkulturelle Öffnung im Regierungsbezirk Arnsberg und im Auftrag der Landesregierung NRW.