Fahrradkorso zum THTR Hamm-Uentrop
Sonntag, 26. April 2026
Start um 13.45 Uhr am Hbf. Hamm
Auf dem Willy-Brandt-Platz
Veranstaltung am Kraftwerk, ab 15.00 Uhr
40 Jahre Tschernobyl, 50 Jahre BI Umweltschutz Hamm und 15 Jahre Fukushima
Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm gedenkt 40 Jahre der Tschernobyl-Katastrophe und 15 Jahre Fukushima und feiert den 50. Jahrestag ihrer Gründung.
Die BI Umweltschutz Hamm wird am 26. April der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gedenken. Genau vor 40 Jahren ereignete sich dort der atomare Supergau mit weitreichenden Auswirkungen für Europa. Gleichzeitig möchte die BI an ihre Gründung vor 50 Jahren erinnern. Geplant ist ein Fahrradkorso ab 13.45 Uhr vom Hauptbahnhof Hamm zum stillgelegten Atomkraftwerk, dem THTR in Hamm-Uentrop. Harald Haun und Horst Blume werden beispielhaft über die Entstehung der BI, den jahrelangen Kampf gegen den Druckwasserreaktor und den Hochtemperaturreaktor berichten, aktuelle Entwicklung eingeschlossen. Als dritte Rednerin wird Kerstin Ciesla, stellvertretende Vorsitzende vom BUND NRW, über die Reaktorkatastrophe Tschernobyl in Zeiten des Krieges berichten.
Abgerundet wird das Programm mit einem musikalischen Beitrag von Uwe Speckenwirth.
Mitveranstalter ist FUgE Hamm.
Die Veranstalter*innen würden sich freuen, wenn sich zahlreiche Bürger*innen am Fahrradkorso oder auch nur bei der Veranstaltung am Kraftwerk, ab 15.00 Uhr, beteiligen.
Wir bitten sich beim Fahrradkorso sich selbst mit Essen und Trinken zu versorgen.
Siehe Pressemitteilung HIER
Impressionen aus dem 26. April 2026 am THTR Hamm:

Bericht der BI Umweltschutz
Lehren aus der Tschernobyl-Katastrophe
60 Menschen aus Hamm und der Region machten sich am Sonntag per Fahrrad auf den Weg zum RWE-Kraftwerk Westfalen in Uentrop, um an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf den Tag genau vor 40 Jahren zu gedenken. In diesem Jahr jährt sich auch die Gründung der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm zum 50. Mal.
BI Gründungsmitglied Harald Haun erinnerte in einem sehr persönlichen Rückblick an den jahrzehntelangen vielfältigen, gewaltfreien und bunten Widerstand gegen die Atomkraft und speziell den THTR 300 in Hamm-Uentrop mit Blockaden, Besetzungen, Klagen, Demonstrationen und Öffentlichkeitsarbeit.
Im Schatten der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kam es auch im THTR in Uentrop zu einem Zwischenfall, bei dem radioaktive Stoffe in die Umwelt abgegeben wurden. Der Hammer Störfall verstärkte den Protest.
1989 wurde der Pleitereaktor stillgelegt und der Reaktorkern verschlossen. Die radioaktiven Brennelemente wurden ins Zwischenlager Ahaus verbracht. Danach war es lange Zeit relativ still um den Hammer Atommeiler.
Horst Blume, BI-Mitglied der ersten Stunde, forderte angesichts der aktuellen Lage allerdings zur Wachsamkeit auf. Immer noch lagern hochradioaktive Stoffe im Reaktorkern. Die ehemalige Betreibergesellschaft HKG ist insolvent und wälzt die zukünftigen Kosten auf den Steuerzahler ab. Der geplante Abriss des THTR ab 2030 stößt auf breite Ablehnung, da die gesundheitlichen und finanziellen Risiken nicht einschätzbar sind und eine sichere (End-)Lagerung nicht in Sicht ist. „Es macht wenig Sinn, die radioaktiven Abfälle in ein Zwischenlager zu karren, um sie später in ein Endlager zu verbringen, von dem noch niemand weiß, wann und wo es entstehen soll“, so Blume.
Kerstin Ciesla, stellvertretende Vorsitzende BUND NRW, schilderte eindrücklich die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl für Mensch und Umwelt in Europa aber vor allem in der Ukraine – bis heute! Die russischen Angriffe auf die Atomkraftwerke in Tschernobyl und Saporischia offenbaren das enorme Sicherheitsrisiko.
40 Jahre nach Tschernobyl wird jetzt angesichts der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise wieder dieselbe Diskussion wie in den 1970-er Jahren geführt und die Atomkraft als Heilsbringer versprochen.
Sie forderte die Teilnehmenden auf, sich weiterhin gegen die teure Atomkraft und für den Ausbau der Erneuerbaren Energien einzusetzen, die bereits 60% des Stroms liefern.
Eingerahmt wurden die Reden von Liedern, die Uwe Speckenwirth, Vorstandsmitglied des Forums Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE), auf der Gitarre vortrug und die den damaligen Zeitgeist und das Lebensgefühl der Atomkraftgegner widerspiegeln.
Für Rückfragen: Siegbert Künzel 0151-2015 3332
