Mittwoch, 5. August 2026, 19.00 Uhr
FUgE, Oststraße 12, 59065 Hamm
Der Eintritt ist frei.
Das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE) e.V., Amnesty International Hamm, die Aktionsgemeinschaft für afghanische Flüchtlinge (AGfaF) und Multikulturelles Forum Hamm laden am 5. August 2026 um 19 Uhr zu einem Gesprächsabend „Zur aktuellen Lage in Afghanistan“ ein. In den Räumlichkeiten von FUgE (Oststraße 12) berichtet die afghanische Karate-Trainerin Farzaneh Ghalandari über die Situation der Frauen in ihrer alten Heimat.
Anschließend spricht Shafiq Sharq (afghanischer Journalist und von 2017-2021 Botschaftsmitarbeiter in Teheran) über die Entstehungsgeschichte und die gegenwärtige Struktur des Taliban-Netzwerks. Shafig Sharq sagt dazu: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Taliban eine terroristische Gruppierung sind, die im Widerspruch zu allen menschlichen Werten steht.“ Auf dieser Grundlage wird auch über Abschiebungen nach Afghanistan diskutiert.
Die Einführung und Moderation des Abends erfolgt durch Agnes Yavari (Multikulturelles Forum Hamm). Die Übersetzung übernimmt der AGfaF-Vorsitzende Suheil Kadery.
Mit der freundlichen Unterstützung des Fachpromotors für Eine Welt Engagement in der Migrationsgesellschaft im Rahmen des Promotor*innen-Programms.
V.i.S.d.P.:
Marcos A. da Costa Melo, FUgE Hamm
Oststr. 13, 59065 Hamm
02381-41511, dacostamelo@fuge-hamm.de, www.fuge-hamm.de
Hier die Pressemitteilung als PDF
Rundbrief zur Veranstaltung
„Afghanistan und seine Flüchtlinge in Europa: Status und Zukunftsperspektiven“
Am Mittwochabend, dem 5. August 2026 / 14. Asad 1405, fand in der Stadt Hamm (Deutschland) eine Tagung unter dem Titel „Afghanistan und seine Flüchtlinge in Europa: Status und Zukunftsperspektiven“ statt. Gemeinsame Gastgeber waren Amnesty International, das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE), das Multikulturelle Forum e.V. und die Aktionsgemeinschaft für afghanische Flüchtlinge (AGfaF). An der Veranstaltung nahmen Experten sowie Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland teil.
Frau Agnes Yavari, Asylberaterin beim Multikulturellen Forum, moderierte die Veranstaltung, und Soheil Qaderi, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft für afghanische Flüchtlinge, übernahm die Übersetzung. Farzana Qalandari, eine afghanische Migrantin und Sporttrainerin, sowie Shafiq Sharq, Journalist und ehemaliger afghanischer Diplomat, waren die Referenten der Tagung.
Während der Tagung erläuterte die Sporttrainerin Farzana Qalandari die den Frauen und Mädchen in Afghanistan auferlegten Einschränkungen und verdeutlichte dem Publikum deren Ausmaße und Folgen. Frau Qalandari erklärte, dass parallel zum Ausschluss von Frauen aus dem öffentlichen Leben sowie dem Bildungs- und Arbeitsverbot für sie „die Zahl der Zwangsheiraten und der Verheiratungen minderjähriger Mädchen in Afghanistan“ gestiegen sei. Frau Qalandari sagte: „Der Entzug von Bildung bedeutet die Zerstörung der Wünsche, Träume und einer unabhängigen Zukunft afghanischer Frauen und Mädchen.“
Sie fügte hinzu: „Ich glaube fest daran, dass Bildung, Arbeit und Freiheit nicht nur Rechte der Frauen sind; sie sind essenziell für die Zukunft ganz Afghanistans. Kein Land kann die Hälfte seiner Bevölkerung von Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ausschließen und gleichzeitig Fortschritt erwarten.“
Anschließend präsentierte Shafiq Sharq, ehemaliger afghanischer Diplomat, eine detaillierte Analyse der Lage in Afghanistan. Er bezeichnete die Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan als eine der seltensten und tragischsten Wiederholungen der Geschichte. Bei einem Rückblick auf die 32-jährige Geschichte der Taliban erklärte er, dass das ideologische Wesen der Taliban seit der Gründung dieser Bewegung unverändert geblieben sei, sich ihr Beziehungsnetzwerk und ihre internationalen Unterstützer jedoch im Laufe von drei Phasen verändert hätten: 1994–2001, 2001 bis 2021 und von 2021 bis heute.
Unter Hinweis auf die Errichtung von mehr als 21.000 Dschihad-Schulen in Afghanistan, die Präsenz von mehr als 20 Terrorgruppen im Land, die Menschenrechtskrise, Geschlechterapartheid, Armut, Tyrannei und Unterdrückung unter der Herrschaft der Taliban betonte er: Wenn die internationale Gemeinschaft unter Nutzung der in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Mechanismen sowie des Völkerrechts und internationaler Konventionen keinen Druck ausübe, um eine legitime Regierung unter Beteiligung aller Seiten in Afghanistan zu bilden, bleibe Afghanistan wie eine Zeitbombe, die jederzeit explodieren und deren Krise noch schwerwiegendere internationale Dimensionen annehmen könne.
Der ehemalige afghanische Diplomat wies darauf hin, dass die neuen Migrationswellen von Afghanen nach der Machtübernahme der Taliban erzwungen seien und vor allem die Eliten Afghanistans zur Migration gezwungen worden seien. Er betonte, dass Deutschland die größte afghanische Bevölkerungsgruppe in Europa beherberge. Unter Hinweis darauf, dass das Fundament der deutsch-afghanischen Beziehungen auf „historischem gegenseitigem Vertrauen“, der „Bonn-Konferenz 2001“, dem „gemeinsamen Opfer im Kampf gegen den Terrorismus“ und der „gemeinsamen Erfahrung im Kampf gegen den Kommunismus“ ruhe, drückte er seinen Dank für Deutschlands Gastfreundschaft gegenüber den Afghanen aus und forderte eine stärkere Aufmerksamkeit Deutschlands für die Afghanistan-Krise sowie eine umfangreichere Unterstützung für afghanische Flüchtlinge.
Der abschließende Teil der Tagung war einer Frage-und-Antwort-Runde gewidmet, in der die Teilnehmenden ihre Fragen zur Situation in Afghanistan stellten.
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