Donnerstag, 5. November 2026, um 19 Uhr
FUgE, Oststraße 12, 59065 Hamm
Der Eintritt ist frei.
Auf Einladung von FUgE, Brasilien-AG der AbL NRW und PEPP-Netzwerk berichten Inai’Ury P. Lisboa (Sprecherin des Volkes Tentehar-Guajajara), Luiz J. Moreno (Menschenrechtaktivist) und Dr. Ronaldo Sodré (Geograf an der Uni Maranhão) über den Landraub und Sojaanbau im Nordosten Brasiliens.
Die Referierenden sprechen über die Ausbreitung des Agro-Business in der brasilianischen Savanne „Cerrado“, die Vergiftung durch Pestizide und den Landraub indigener Gebiete im Bundestaat Maranhão. Infrastrukturprojekte der brasilianischen Regierung missachten die Schutzrechte der lokalen Bevölkerung unter Beteiligung großer europäischer Unternehmen. Sie gehen zudem auf die nachhaltige Landwirtschaft traditioneller Gemeinschaften und ihre Achtung vor der Natur ein. Nicht zuletzt berichten sie über ihren Widerstand gegen den Landraub und die Ausbreitung der Soja-Monokultur in der Region.
Zwischen 2023 und 2024 verdoppelten sich die Gewalttaten gegen Indigene auf dem Land von 210 auf 420 Fälle. In den vergangenen fünf Jahren wurden zudem 19 Sprecher afrobrasilianischer Gemeinschaften, die Quilombolas, getötet. Derzeit laufen in der Region die Vorbereitungen für öffentliche Tribunale, den sog. „Tribunais Populares“. In diesen bekommen betroffene Menschen, die von der Justiz nicht angehört werden, die Möglichkeit, sich zu äußern. Ihre Fälle werden geprüft, rechtskonform dokumentiert und veröffentlicht. Für das erste Quartal 2027 ist ein öffentliches Tribunal in Balsas/Maranhão geplant.
Die Moderation übernimmt Dr. Dieter Gawora von der Uni Kassel.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Siehe PM als PDF HIER
Mit der freundlichen Unterstützung des Eine Welt Netz NRW und des Fachpromotors für Eine Welt Engagement in der Migrationsgesellschaft im Rahmen des Promotor*innen-Programms.

