09.11.2022: Demetrio Demetrius zu Besuch in Hamm

Mittwoch, 9. November 2022
Marienschule Hamm

Am 9. November 2022 erhielten FUgE und die Marienschule Hamm Besuch aus Brasilien. Demetrius Demetrio, Gründer und Leiter des Straßenkinderprojektes der CPP (Gemeinschaft der kleinen Propheten) in Recife im Nordosten Brasiliens, besuchte die Realschule gemeinsam mit Marcos da Costa Melo, der ebenfalls aus Recife kommt und als Interkulturpromotor für den Regierungsbezirk Arnsberg bei der FUgE in Hamm arbeitet. Demetrio hat das Projekt 1988 ins Leben gerufen. „Rund 60 Prozent der drei Millionen Einwohner von Recife leben in den Favelas und viele Kinder auf der Straße. Viele haben dort und in ihren Familien Gewalt erlebt. Unsere Arbeit richtet sich auch darauf, dass wir diese Wunden versuchen zu heilen. Wir wollen mit dem Projekt den Kindern helfen, dass sie ihre eigene Geschichte schreiben“, berichtet er.

Hoffnungsvoll erklärte Demetrio den über 200 Schüler*innen die neuen Entwicklungen des Dachgarten-Projektes. Auf rund 400m2 wird mitten in der Millionenstadt Recife Gemüse angebaut. Die Beschäftigung mit dem Anbau der Pflanzen und der Verarbeitung ist Teil des Projektes, um den Kindern und Jugendlichen den Wert einer gesunden Ernährung mit frischen Lebensmitteln näher zu bringen.

Die korrupte Regierung Bolsonaros hat die CPP-Arbeit mit den Straßenkindern erheblich erschwert, berichtete Demetrio. Die Mittel für soziale Projekte wurden gekürzt und durch die Corona-Pandemie und Inflation sind die Kosten für Grundnahrungsmittel stark gestiegen. So ist er mehr denn je auf Hilfe aus Europa angewiesen, um die rund 80 Kinder satt zu bekommen, die jeden Tag das Projekthaus aufsuchen.

Diese Unterstützung leistet die Planalto-AG der Marienschule Hamm schon seit mehr als 20 Jahren. Durch vielfältige Aktionen wie den Verkauf von fair gehandelten Süßigkeiten und umweltfreundlichen Schreibmaterialien, Sponsorenläufe und Spendensammlungen unterstützt die Schulgemeinschaft das Projekt der CPP finanziell. Zudem möchte die Schule den Schülerinnen und Schülern die Solidarität mit den Straßenkindern in Brasilien vermitteln. Durch den Besuch von Demetrio und seine Schilderungen wurde dieses Engagement für alle sehr präsent.

Als Beitrag zu seiner Arbeit überreichte die Schulgemeinschaft ihm eine Spendensumme von 3.000 Euro. Von diesem Geld können in dem Projekt 80 Kinder rund einen Monat mit Essen versorgt werden.

Mit der freundlichen Unterstützung des Promotor*innen-Programms für interkulturelle Öffnung im Regierungsbezirk Arnsberg, das im Auftrag der Landesregierung NRW durchgeführt wird.