09.10.2019: Workshop zu Fairer Beschaffung für die Steuerungsgruppe Unna

2019-09-22_EWU-Tag_03Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14.00-17.00 Uhr
Rathaus Unna, Bürgerhalle, Aufgang A, Raum 002
Rathausplatz 1, 59423 Unna

Das Schwerpunktthema des Workshops für die die Mitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe Unna war die Umsetzung der fairen Beschaffung auf kommunaler Ebene. Angela Schmitz (Faire Metropole Ruhr) und Elisabeth Brachem (Regionalpromotorin für Eine Welt in Dormund/Krei Unna) und Marcos A. da Costa Melo (Interkulturpromotor für den Regierungsbezirk Arnsberg) informieren über den Bedarf der Thematik auch im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne und die Beispiele in der Kommunen aus der Region.

Ablauf:
Begrüßung
=> Nicole Katsigiannis, Sprecherin der Steuerungsgruppe Kreisstadt Unna
Grundlage der fairen Beschaffung
=> Angela Schmitz, Faire Metropole Ruhr
Umsetzung der Fairen Beschaffung in der Stadt Hamm und Werl
=> Marcos A. da Costa Melo, Interkulturpromotor im Bezirksregierung Arnsberg
Erfahrungsbericht zu Kinderarbeit bei der Herstellung von Fußbällen in Pakistan
=> Muhammad Waqas, Refrent von FUgE Hamm
Lieferkettengesetz-Kampagne die SDGs 8, 11, 12: Was kann man tun?
=> Elisabeth Brachem, Regionalpromotor für Eine-Welt Dortmund/Kreis Unna
Rückfragen und Diskussion
=> Interview zu Kinderarbeit und Fairem Handel zwischen Marcos A. da Costa Melo, Muhammad Waqas und Werner Kolter, Stadtkreis-Bürgermeister Unna
=> Alle zusammen mit dem Stadtkreis-Bürgermeister Unna
Bericht aus der lokalen Arbeit, News und Netzwerken
=> Alle und Ende

Zum Hintergrund der fairen Fußbälle:
Acht von zehn handgenähten Fußbällen kommen aus Sialkot. Obwohl Kinderarbeit in Pakistan offiziell verboten ist, ist die riesige Zahl von über 40 Millionen Fußbällen im Jahr ohne ausbeuterische Kinderarbeit kaum möglich. Selten wird ein gerechter Lohn bezahlt, sodass die Familien gezwungen sind, ihre Kinder in die Produktionsprozesse der Fußbälle zu geben. Weltkonzerne wie Penalty und Adidas mit ihren Lieferketten verbieten Kinderarbeit in ihren Hauptproduktionsstätten und schaffen es damit, dass es keine negativen Schlagzeilen zu den Fußballfabriken Pakistans gibt. So findet ausbeuterische Kinderarbeit nur im Verbogenen, vor allem in den Hinterhöfen der Vororte Sialkots statt. Nur eine gerechtere Bezahlung von einem Grundeinkommen für Näher und Näherinnen kann man das Problem der ausbeuterischen Kinderarbeit lösen. Ein guter Ansatz gegen ungerechte Handelsstrukturen ist der Handel mit Fairtrade- Fußbällen.
Indem man den fairen Preis für Fairtrade-Fußbälle zahlt, verhindert man Arbeitsrechtsverletzungen, verbessert die Lage der Produzenten, stärkt die Kooperativstruktur und ermöglicht Festprämien. Der Schulbesuch und die Freizeit zu Spielen und Lernen sollen somit zu einer Selbstverständlichkeit werden.

2019-12-08_Essener-Ruhrpott-Internationale-06Fragerunde für Kinder bei der Torwandaktion:
=> Was ist Kinderarbeit? Ist Kinderarbeit, was ihr zu Hause macht?
Unterschied zwischen Hausarbeit, Kinderarbeit und Kindersklaverei klären.
=> Fußballnäher aus Pakistan (8 von 10 Bällen kommen aus Sialkot, Pakistan)
=> Handarbeit: 3-5 Bälle schafft ein geübter Näher am Tag.
=> 32 Waben, ca. 700 Doppelstiche, ca. 2 Stunden.
=> Wo liegt Pakistan? Wo liegt Brasilien?
=> Wie lang braucht man denn, um einen Ball zu nähern?

Fragenkatalog „Heimspiel“ (aus der Reihe Faire Bälle – Faires Spiel):
=> Fußballnäher aus Pakistan (über 70% der handgenähten Fußbälle kommen aus Pakistan)
=> Handarbeit: 3-5 Bälle schafft ein geübter Näher am Tag: 32 Waben (12x 5-Eck, 20x 6-Eck), 650-700 Doppelstiche. Schwerster Stich ist der Blindstich zum Ende eines genähten Fußballs.
=> Arbeitsschritte: Bahnen aus Kunstleder, beziehen mit Baumwolle, Ausstanzen der Waben, bedrucken der Waben – Herstellung der Butylblase – Zusammenstellen des Nähsets (Waben, Blase, gewachstes Nähgarn, Nähwerkzeug)
Nachbereitung für die Schule:
1. Wie heißt das Mädchen beim Heimspiel?
Sie heißt  …………………………………………..
2. In welchem Land werden die meisten Fußbälle hergestellt?
Das Land heißt  ……….……..
3a. Aus wie vielen Waben besteht ein genähter Fußball?
Aus  .…………………………………
3b. Wie lange braucht man, um einen Fußball zu nähen?
Man braucht  ..……………………..
4. Wie viel Geld bekommt die Näherin für einen normalen Fußball?
Sie bekommt  …………..
5. Wie viel Geld bekommt die Näherin Roma für ihren genähten Fußball?
Sie bekommt  …..
6. Roma wird für ihre Arbeit fair bezahlt. Kann sie in die Schule gehen?
Ja oder Nein
7a. Damit Du beim Kauf eines Balles erkennen kannst, ob der Näher für seine Arbeit fair bezahlt wurde, sind fair gehandelte Bälle mit einem Zeichen (Siegel) gekennzeichnet.
Aus welchen Farben besteht das Siegel? Kreuze die richtige Antwort an!
___ Blau, Rot, Schwarz
___ Blau, Grün, Schwarz
___ Orange, Rot, Grün
___ Gelb, Weiß, Schwarz
7b. Auf welchem Lebensmittel findest Du dieses Siegel?
Zum Beispiel auf ..……………………………………………………………………
8. Wo kann man zum Beispiel Bälle oder Schokolade mit diesem Siegel kaufen?
Zum Beispiel in  ..……………………………………………………………………

=> Kurzfilm: Welthauptstadt der Fußbälle | Galileo vom Juli 2014

Veranstalter:
Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe Kreisstadt Unna, iz3w Dortmund, FUgE Hamm und Faire Metropole Ruhr
Im Rahmen des Promotor*innen-Programms für Eine Welt 

Die Teilnahme von Marcos A. da Costa Melo und Muhammad Waqas fand im Rahmen des Programms für interkulturelle Öffnung im Regierungsbezirk Arnsberg statt, das wiederum im Auftrag der Landesregierung NRW Logo_Promotoren-NRWdurchgeführt wird.