02.03.2021: Emily Wurramara & George Telek – u.a. Australien

Dienstag, 2. März 2021
18 Uhr, Lutherkirche Hamm (wenn es die Umstände gestatten)
Emily Wurramara & George Telek –
Groote Eylandt & Papua Neuguinea / Australien
Lieder, die Geschichten erzählen

Die Seefahrer des 18. Jh.s und die Missionare in ihrem Gefolge haben der pazifischen Inselwelt ein oftmals zerstörerisches Erbe hinterlassen. Die Frage der Wiedergutmachung wird in Europa gerade heiß diskutiert. Aber welche konkreten Auswirkungen gab es in Bezug auf immaterielle kulturelle Ausdrucksformen wie Musik, Sprache und Identität? Der Antwort dieser Frage versuchen sich zwei bekannte musikalische Vertreter der Pazifik-Region nähern:

Die Sängerin und Komponistin Emily Wurramara gehört zu den Anindilyakwa-Aborigines, die seit jeher auf Groote Eylandt ihre Heimat haben. Als ihre Eltern nach Brisbane zogen, musste sie eine neue Sprache lernen, weil die anderen Kinder sie nicht verstanden. Seitdem bewegt sie sich selbstbewusst in zwei Welten, singt heute ihre Lieder (größtenteils) in ihrer Muttersprache Anindilyakwa und Englisch. Sie handeln von wichtigen Ereignissen in ihrem Leben, von Alltagsrassismus oder ihrer weisen Großmutter, der Natur und der Kultur ihrer Heimatinseln.

George Telek stammt vom indigenen Volk der Tolai ab, die auf der Insel Neubritannien leben. Die Tolai pflegen eine sehr lebendige Musiktradition, die auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigt. Telek singt in seiner Muttersprache Kuanua und der Kreolsprache Tok Piksin. Er greift alte Traditionen wie die einzigartigen dreistimmigen Harmonien auf, lässt verschiedene „magische“ Elemente in seine Musik einfließen – die er zudem mit zeitgenössischen Grooves, Pop oder melanesischen Rhythmen anreichert. Mühelos durchquert er mehrere Musikstile, fängt aber stets den Geist seines kulturellen Erbes in seinen Liedern ein.

Siehe Klangkosmos-Programm 2020-2021 HIER

Klangkosmos: Kulturbüro der Stadt Hamm in Koop. mit Ev. Jugendkirche, Ev. Kirchengemeinde Hamm und FUgE Hamm.
Künstlerische Leitung: Alba Kultur Köln