Claudia Kasten, Regionalpromotorin für die Eine-Welt-Arbeit in Hamm und dem Kreis Soest
In: FUgE-News Ausgabe 01/2026
Das Engagement für Fairen Handel und Klimaschutz wird in Hamm und dem Kreis Soest weiter mit vollem Einsatz, vor allem durch die Ehrenamtlichen der Eine-Welt-Gruppen und Steuerungsgruppen der Fairtrade-Town-Kampagne fortgeführt. Die Vielfalt ist dabei großartig. Daher ein ganz herzliches Dankeschön für die vielen Ideen und vor allem den Einsatz, der hinter allen Veranstaltungen steht.
Hier ein paar Beispiele für das herausragende Engagement in der Region:
Faires Café
Mit der Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten durch FUgE e.V. (mit Unterstützung der Stadt Hamm) bieten sich auch für den Weltladen wieder neue Möglichkeiten, mit den Bürgerinnen der Stadt über den Fairen Handel ins Gespräch zu kommen. So lädt das ehrenamtliche Team des Weltladen Hamm seit diesem Jahr immer am zweiten Montag eines Monats zum Fairen Café mit Tiefgang ein. Das Café öffnet um 15 Uhr in der Oststraße 12 seine Türen. Alle, die am Fairen Handel interessiert sind, aber auch all jene, die Kontakt zu anderen Menschen suchen oder einfach eine Tasse fairen Kaffee zu schätzen wissen, sind herzlich eingeladen. Ein Angebot, das gerne angenommen wird. Das kleine Team rund um Elisabeth Nieder, Mechtild Karsch, Ute Witton und weiteren Helferinnen bietet neben leckerem fairem Kaffee und selbstgebackenen Kuchen auch ein kleines unterhaltsames und informatives Programm an. So wird zum Beispiel mit einem Märchen auf die Kaffeetafel eingestimmt und anhand eines Beispielprodukts aus dem Weltladen wird gezeigt, welche Bedeutung der Faire Handel für die Produzenten hat. Eine Buchvorstellung passend zum Thema rundet den inhaltlichen Teil ab. Selbstverständlich bleibt auch genügend Zeit für einen gegenseitigen Austausch und Unterhaltung.
Wir danken der deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt für ihre finanzielle Unterstützung der digitalen Ausstattung, die die Durchführung des Cafés und vieler weiterer Veranstaltungen deutlich erleichtert.
Fairtrade-Town Hamm beim Westfälischen Hansetag
Den Fairen Handel bekannter zu machen hat sich die Steuerungsgruppe in Hamm auf die Fahnen geschrieben. Mit einem Stand auf dem Wochenmarkt, direkt neben der Aktionsfläche zum Westfälischen Hansetag, warben diesmal Mitarbeiter*innen der Stadt für den Fairen Handel. Das SDG-Glücksrad war dabei sehr begehrt. Zudem wurden fair produzierte Gemüsebeutel verteilt, über die Fairtrade Town-Kampagne berichtet und für den Weltladen geworben. Eine lange Warteschlange am Stand zeigte, dass das Interesse an Nachhaltigkeitsthemen durchaus groß ist.
Filmvorführung „Die Wahrheit hinter dem Schokohasen“
Gemeinsam luden die Fairtrade- Town-Steuerungsgruppe Welver, der Jugendtreff und Seniorenbeirat zu einem spannenden Kinoabend rund um das Thema Kinderarbeit in der Kakaoindustrie am Gründonnerstag ein. Gezeigt wurde eine eindrucksvolle Dokumentation über die erschütternden Zustände auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste. Trotz Versprechen der Indus – trie arbeiten tausende Kinder unter sklavenähnlichen Bedingungen für den deutschen Schokohasen-Markt. Und so gingen die Besucher*innen der Frage nach: Haben wir es dennoch in der Hand, ein frohes Osterfest zu feiern?
Zur Versüßung des bitteren Themas gab es eine Verköstigung von fairen Schokoladenprodukten und die Bezugsquellen für fair gehandelte Produkte in Welver wurden aufgezeigt.
Fair spielen – fair handeln
Ein besonderes Fußballereignis fand am Samstag, den 18. März, in der Soccerhalle Hamm statt: Die Kinder der Kita im Katharina- Luther-Centrum und der Kita Niemöller traten zu einem fairen Fußballturnier in der Soccerhalle an. Im Mittelpunkt stand dabei nicht der sportliche Wettbewerb allein, sondern vor allem die Vermittlung von Werten rund um Fairness, Nachhaltigkeit und globales Verantwortungsbewusstsein.
Gespielt wird mit fair gehandelten Fußbällen, um bereits den jüngs – ten Teilnehmer*innen zu zeigen, wie wichtig gerechte Produktionsbedingungen weltweit sind. Auch abseits des Spielfeldes wurde das Thema konsequent aufgegriffen: In den Spielpausen erwartete die Kinder eine Verpflegung mit fair gehandelten Produkten aus dem Weltladen sowie frischem Obst und Gemüse aus der Region.
Ein besonderes Highlight des Turniers war die Rolle des „fairen Schiedsrichters“. Anstelle von klassischen Strafkarten setzte er auf die sogenannte „weiße Karte“. Diese steht für einen respektvollen Umgang miteinander und macht Regelverstöße auf eine friedliche und pädagogisch wertvolle Weise sichtbar. Ziel ist es, den Kindern nicht nur Regeln zu vermitteln, sondern auch deren Bedeutung für ein faires Miteinander verständlich zu machen.
Das Turnier verband Bewegung, Spaß und Lernen auf vorbildliche Weise. Es zeigte, dass sportliche Aktivitäten eine ideale Plattform bieten, um wichtige gesellschaftliche Werte wie Fairness, Respekt und Nachhaltigkeit spielerisch zu vermitteln. Wir durften dabei den inhaltlichen Aufbau des fairen Fußballturniers maßgeblich begleiten und machten am Veranstaltungstag auf die Arbeitsbedingungen in der Fußballindustrie aufmerksam. Darüber hinaus erhielten Kinder die Möglichkeit, anschaulich zu erleben, wie ein Fußball auch heute noch in Handarbeit genäht wird und konnten sich mit ihren Familien die Ausstellung der fairen Kita NRW „Fußball und Menschenrechte“ anschauen.
Mit der Ausstellung richtete sich der Verein an Kinder und Erwachsene gleichermaßen und beleuchtet die zwei Seiten des beliebten Sports: Einerseits steht Fußball als verbindendes Element über soziale und berufliche Grenzen hinweg – geprägt von Begeisterung, Spannung und dem Potenzial zur Völkerverständigung. Andererseits thematisiert die Ausstellung kritisch auch die Schattenseiten der globalen Fußballindustrie, darunter Korruption, wirtschaftliche Profitinteressen, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen.
Alle Beteiligten erlebten einen erlebnisreichen Tag, bei dem der faire Gedanke im Mittelpunkt stand – auf und neben dem Spielfeld.
FUgE vernetzt
In Hamm wird Nachhaltigkeit zur Jugendbewegung: Unter dem Titel „FUgE fairnetzt: Deine Ideen für ein Hamm der Zukunft“ kamen rund 20 junge Menschen ab 14 Jahren in den Räumen des Forums für Umwelt und gerechte Entwicklung zusammen, um ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen: Die Zukunft gehört denen, die sie in die Hand nehmen. Annika Behrens, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik und Ulrike Sturm, Projektleitung des FUgE-Projekts „Klimagerecht und fair in Schule, Kita und Jugendhaus“, organisierten diese Veranstaltung. Finanziell wurde der Projekttag durch das Stadtteilbudget Hamm-Mitte und Fairtrade Deutschland unterstützt.
Um 17.30 Uhr fiel der offizielle Startschuss. Nach einer kurzen Begrüßung ging es direkt interaktiv weiter: Beim sogenannten „Weltspiel“ sowie mit Produkten aus dem Weltladen konnten die Teilnehmenden spielerisch erfahren, wo alltägliche Waren herkommen, und welche globalen Zusammenhänge dahinterstehen. Nachhaltigkeit wurde hier nicht abstrakt erklärt, sondern greifbar gemacht.
Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Essen: Veggie-Döner und ein Schokobrunnen sorgten nicht nur für gute Stimmung, sondern zeigten auch, dass nachhaltiger Genuss lecker und unkompliziert sein kann. Parallel dazu erhielten die Jugendlichen Einblicke in kommende Termine und vielfältige Möglichkeiten, sich weiter zu engagieren.
Die Veranstaltung bot zahlreiche Mitmachaktionen: Am Vision Board konnten die Jugendlichen ihre Ideen festhalten – ganz nach dem Motto „Wenn ich Bürgermeister*in von Hamm wäre, würde ich“. Ergänzt wurde das Angebot durch ein SDG-Glücksrad rund um die globalen Nachhaltigkeitsziele, eine Fotobox sowie ein interaktives Bingo.
Bis zum Abschluss um 20.00 Uhr wurde deutlich: Die Jugendlichen in Hamm haben nicht nur viele Ideen, sondern auch den Wunsch, konkret etwas zu verändern. „FUgE fairnetzt“ schuf dafür den passenden Raum – zum Austausch, zur Inspiration und zum gemeinsamen Anpacken. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, jungen Menschen eine Stimme zu geben. Denn die Visionen von heute sind die Realität von morgen.
Motorradwallfahrt Moto-Maria in Werl
„Wenn es dir guttut, dann komm!“ So schrieb der heilige Franziskus an seinen Freund Bruder Leo. Und diese Aufforderung gilt noch heute, so auch für die Motorradwallfahrt Moto Maria 2026. Die Moto Maria findet seit 15 Jahren statt und jedes Jahr sind 250 bis 300 Maschinen auf dem Marktplatz. Es sind Bikerinnen und viele Besucherinnen, die anlässlich der Walfahrt kommen, aber für die natürlich auch das Spektakel der Motorräder anziehend ist. Unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfer*innen war es wieder einmal eine tolle Veranstaltung, an der auch der Fair Trade- Kreis teilnahm.
Zunächst scheinen Motorräder und Fairtrade nicht zusammenzupassen, aber bei Kuchen und fairem Kaffee wurde so manches Gespräch über den fairen Handel geführt. Noch immer kennen nicht alle Bürger*innen das Fairtrade-Siegel oder wissen, dass Fairtrade Deutschland 2025 mit Fairtrade-Produkten einen Umsatz von 3,14Milliarden Euro erzielt hat. Das entsprichteinem Plus von knapp 9 Prozentgegenüber dem Vorjahr!
Wallfahrt und Fairer Handel, fast 500 Menschen, die sich lebhaft austauschen und sich gern den Segen Gottes für sich selbst und ihre Wege auf dem Motorrad abholen, das passt auf den zweiten Blick sehr gut zusammen! Auch nächstes Jahr sind wir wieder dabei, mal sehen, ob der faire Gedanke weiter Verbreitung gefunden hat!?
Thomas Schulte
Erfolgreiche Re-Zertifizierungen
Wir gratulieren der Stadt Werl zur Re-Zertifizierung als Fairtrade- Town und dem Jugend- und Stadtteilzentrum (JuSt) Hamm-Pelkum zur erneuten Auszeichnung als Faires Jugendhaus!
Das Promotor*innenprogramm wird aus Mitteln von Land und Bund finanziert.