Ulrike Sturm und Andzelika Stonkute
In: FUgE-News Ausgabe 01/2026
Nun neigt sich unser von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW gefördertes Projekt „Klimagerecht und fair in Kita, Schule und Jugendhaus“ langsam dem Ende zu. Nach vielen spannenden und ereignisreichen Monaten blicken wir auf zahlreiche Workshops, Aktionen und Begegnungen in Kitas, Schulen und Jugendhäusern zurück.
KUBUS Jugendkulturzentrum
Im KUBUS Jugendkulturzentrum blieb das Thema Nachhaltigkeit weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt. Im Rahmen des Osterferienprogramms fand ein Workshop zum nachhaltigen Umgang mit Kleidung statt. Gemeinsam setzten sich die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen mit den globalen Produktionsbedingungen von Kleidung auseinander und lernten, welche Auswirkungen die Textilindustrie auf Menschen, Umwelt und Klima hat.
Neben der Beschäftigung mit den Themen Fairer Handel und nachhaltiger Konsum bot der Workshop Raum für Austausch und Diskussionen über das eigene Konsumverhalten. Dabei zeigte sich, dass insbesondere das Thema Kleidung viele Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt der Jugendlichen bietet und auf großes Interesse stößt.
Darüber hinaus hat das KUBUS seine Bewerbung als „Faires Jugendhaus“ bei der Fairen Metropole eingereicht. Der Faire Handel ist bereits seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Jugendkulturzentrums – sowohl beim Catering als auch in der pädagogischen Arbeit. Der Einsatz für globale Gerechtigkeit wird im KUBUS täglich gelebt.
Carl-Orff-Schule
An der Carl-Orff-Schule wird das Thema Fairer Handel weiterhin aufgegriffen und im Schulalltag sichtbar gehalten. Die Schule ist mit dem Thema bereits vertraut und achtet im Schulalltag auf faire Ernährung. Es wird auch weiterhin darauf geachtet, möglichst wenig Müll zu produzieren und den anfallenden Müll zu sortieren. Im Gebäude selbst wird Fairer Handel durch verschiedene Plakate an Wänden und Türen präsent gemacht, die auf globale Zusammenhänge und nachhaltige Konsumweisen aufmerksam machen. Diese bestehenden Materialien bilden eine gute Grundlage, um das Thema künftig weiter zu vertiefen und stärker in das Schulleben einzubinden.
Dietrich-Bonhoeffer-Kita
Nachdem sich die Kinder im vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema Müll und Mülltrennung beschäftigt hatten, stand nun der nachhaltige Umgang mit Wasser im Mittelpunkt. Ziel war es, Umweltzusammenhänge spielerisch zu entdecken und ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu entwickeln.
Gemeinsam überlegten die Kinder, wie in der Kita Wasser eingespart werden kann, und setzten ihre Ideen direkt im Alltag um. So achten sie nun beispielsweise besonders darauf, beim Händewaschen den Wasserhahn möglichst schnell wieder zu schließen.
In verschiedenen Aktionen näherten sich die Kinder dem Thema Wasser auf vielfältige Weise. Dabei spielte auch das sogenannte „unsichtbare Wasser“ eine wichtige Rolle. Die Kinder erfuhren, wie viel Wasser in alltäglichen Produkten wie Kleidung, Lebensmitteln oder Papier steckt, und entwickelten Ideen für einen nachhaltigeren Umgang damit. Dazu gehörten beispielsweise der bewusste Kauf von Kleidung,Außerdem lernten die Kinder den „Blauen Engel“ kennen und erfuhren, woran umweltfreundliche Produkte erkennbar sind. Beim eigenen Papierrecycling konnten sie ausprobieren, wie aus Altpapier neues Papier entsteht. Auch das Filtern von Wasser machte anschaulich deutlich, wie aufwendigdie Aufbereitung von sauberemWasser ist und warum diese wertvolleRessource geschützt werdenmuss. eine klimafreundliche Ernährung sowie ein sparsamer Umgang mit Papier und die Nutzung von Recyclingpapier.
Ein besonderes Ergebnis des Projekts ist ein selbst gestaltetes Buch zum nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, in dem die Kinder ihre Erkenntnisse kreativ festgehalten haben. So bleibt das Thema auch über die einzelnen Aktionen hinaus im Kita-Alltag präsent.

Martin-Luther-Schule
An der Martin-Luther-Schule hat das Thema Nachhaltigkeit weiterhin einen festen Platz im Schulalltag und wird insbesondere im Rahmen des WPU-Unterrichts „Klima – scouts“ regelmäßig aufgegriffen und praxisnah umgesetzt. Die Schüler*innen entwickeln dabei eigene Ideen, die im Verlauf des Projekts weitergeführt und Schritt für Schritt in konkrete Aktivitäten überführt werden.
Ein sichtbares Ergebnis ist die gestaltete Pfandflaschen-Tonne, die inzwischen auf dem Schulgelände angebracht wurde und aktiv genutzt wird. Die Einnahmen aus dem gesammelten Pfand werden dabei sowohl für schulische Nachhaltigkeitsprojekte verwendet als auch an das Tierasyl Hamm gespendet.
Auch der geplante Schulgarten nimmt zunehmend Form an und wird aktuell weiter vorbereitet. Hier soll in den kommenden Monaten ein gemeinsamer Lernort entstehen, an dem Natur, Anbau und nachhaltiges Handeln praktisch erfahrbar werden. Ergänzt werden die Aktivitäten durch Angebote rund um klimafreundliche Mobilität. In diesem Zusammenhang lernen Schüler*innen beispielsweise in praktischen Einheiten, wie kleinere Reparaturen an Fahrrädern durchgeführt werden können und wie diese im Alltag sicher genutzt werden.
Insgesamt zeigt sich, dass Nachhaltigkeit an der Martin-Luther- Schule nicht als einzelnes Projekt verstanden wird, sondern als fortlaufender Prozess, der von den Schüler*innen aktiv mitgestaltet wird. Gleichzeitig bereitet sich die Schule bereits auf die Abschlussveranstaltung des Projekts vor, bei der die bisherigen Ergebnisse gemeinsam präsentiert und gewürdigt werden.
Fortbildungen
In den letzten Wochen wurden unter anderem die Fortbildung „Faire Kita – Globales Lernen im Kita-Alltag“ sowie eine Fortbildung zum Einsatz von Kamishibai in der Bildungsarbeit durchgeführt. Beide Formate boten den Teilnehmenden praxisnahe Impulse und neue methodische Ansätze für die pädagogische Arbeit rund um globale Themen und Nachhaltigkeit.
Workshops
Die Schulworkshops sind auch im aktuellen Projekt weiterhin stark nachgefragt und werden in unterschiedlichen Schulen regelmäßig umgesetzt. Dabei steht besonders das Interesse an globalen Zusammenhängen und alltagsnahen Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Vordergrund. Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt dabei das Thema Globale Gerechtigkeit. Vor allem Anfragen rund um Fairen Handel und Schokolade zeigen, dass diese Inhalte für viele Schüler*innen gut zugänglich sind und großes Interesse wecken. Ein Teil der Workshops fand zudem an der Erich-Kästner-Schule statt. Dort lernen und arbeiten Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen gemeinsam. Die Workshops wurden entsprechend inklusiv gestaltet und so aufbereitet, dass alle Teilnehmenden aktiv mitmachen und eigene Erfahrungen einbringen konnten.
Neben den Schulworkshops und der Arbeit in Kitas und Jugendhäusern war das Projekt auch im Rahmen von Veranstaltungen präsent. So fand eine Jugendveranstaltung statt, bei der Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und Fairer Handel in einem offenen Format für Jugendliche aufgegriffen wurden. Im Mittelpunkt standen dabei Austausch, Mitmachangebote und kreative Zugänge zu den Projektthemen. Die Veranstaltung bot Raum, um eigene Perspektiven einzubringen und miteinander über nachhaltige Lebensweisen ins Gespräch zu kommen.