Entwicklung eines landwirtschaftlichen Betriebes in Hamm
Christian Schlieper
Schon seit 1810 bewirtschaftet Familie Schlieper den Hof, nun in der sechsten Generation.
In: FUgE-News Ausgabe 01/2026
Der Titel des Buches (vergl. Seite 11, FUgE-News Ausgabe 1/2026) passt gut zu der Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebes Schlieper in Wambeln, Stadtbezirk Rhynern.
Schon seit 1810 bewirtschaftet Familie Schlieper den Hof, nun in der sechsten Generation. Die Hofstelle und das dazugehörige Land wurden immer an einen Sohn weitervererbt, der Name blieb, so berichtet Christian Schlieper. Das ist beachtlich und wir freuen uns, dass wir einen Einblick bekommen und an den Veränderungen teilnehmen dürfen.
Zunächst waren es sechs Hektar, die zum Hof gehörten, heute bewirtschaftet die Familie insgesamt 70 Hektar, davon 25 Hektar Eigentum, der Rest ist Pachtland.
Auch der Tierbestand vergrößerte sich. Früher waren es vierMilchkühe und zehn Schweine, diezum Hof gehörten. Selbstverständlichkamen die Tiere auf die Weideund hatten Auslauf. Ein Foto zeigtden Metzger mit einer Kuh, die erdanach schlachtete. Ein Schlachttagwar ein besonderer Tag, manschätzte, was man von dem Tier bekam,und verwertete alles. 1950wurde ein Stall gebaut für 100Schweine und zwölf Milchkühe.Dennoch war alles „Handarbeit“, soberichtet Christian Schlieper. DieBauern mussten hart arbeiten. Erst1964 kam der erste Traktor und „Alma“,das letzte Pferd, wurde ersetzt.
1984 veränderte sich einiges: Die Schweinezucht wurde aufgegeben und 33 Milchkühe waren auf dem Hof, 2014 waren es dann 60. Es wurde Silomais, Gerste und Weizen angebaut. Ja, und es kamen auch Kunstdünger und Spritzmittel zum Einsatz.
Christian Schlieper übernahm den Hof von seinem Vater und stellte auf „Bioland“ um. So wurde der Anbau wieder vielfältiger. Es wird Kleegras, Winterweizen, Gerste, Triticale und Ackerbohnen in einer fünfgliedrigen Fruchtfolge angebaut. Die Ackerbohnen versorgen den Boden mit Stickstoff und man kann Dünger sparen. Durch diese Art der Bewirtschaftung wird Humus aufgebaut, das bewährt sich bei Trockenheit.Die alten Getreidesorten mit den längeren Halmen werden in größeren Abständen ausgesät, so kann der Wind die Halme bewegen und verhindert dadurch, dass sich Pilzkrankheiten ausbreiten. Spritzmittel, nein danke! Zum Hacken und Striegeln fährt Christian Schlieper ein-bis zweimal pro Anbauphase über das Feld. Seine konventionellen Kollegen müssen das deutlich öfter machen.
Auch das Grünland wird mit dem Mist der 40 Milchkühe gedüngt. Diese stehen in einem „Offenstall“ und haben Auslauf. Sie machen einen sehr zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck. Die Milch wird zu einem festen Preis an die Molkerei Söbbeke verkauft. Bauer Schlieper hält robustes Fleckvieh, die Kühe liefern Milch und später Fleisch.
Bei aller Rückbesinnung auf die Vorteile der früheren Bewirtschaftung: „Alma“ ist nicht zurückgekommen, es wird mit dem Traktor und Landmaschinen gearbeitet. Als Landmaschinenmechaniker repariert Christian Schlieper seine Maschinen selber, kauft gebrauchte Wagen unter anderem, besorgt sich Bauteile und führt sie dann wieder ihrer Nutzung zu. Das spart Geld und rundet die nachhaltige Bewirtschaftung auf dem Hof Schlieper ab.
Auch das Bauernhaus hat seinen früheren Charme nicht verloren, wurde ausgebaut und hier leben nun zwei, bzw. drei Generationen zusammen. Ja, wir können auch anders! Der Hof Schlieper zeigt in beeindruckender Weise, dass sich nachhaltige, frühere Bewirtschaftungsweisen gut kombinieren lassen mit einem maßvollen Schub Modernisierung.
Wir danken der Familie Schlieper ganz herzlich für ihre Offenheit und die Einblicke, die wir in die Entwicklung des Hofes bekommen durften.
