Wanderausstellung „Unser alltäglicher Müll“ – Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft

Es ist soweit: Die Wanderausstellung „Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft“ steht für die Ausleihe in der FUgE-Mediothek bereit. Die Installationen und Fotos aus der Mitmach-Ausstellung Planet Gericinó“ wurden für den mobilen Einsatz umgewandelt.  Im Jahr 2018 zeigten wir sie bereits in der Galerie des Hammer Künstlerbundes und in der VHS Werl, begleitet von Workshops mit Hammer Schulen und Integrationskursen der VHS Werl – Wickede (Ruhr) – Ense.

Wanderausstellung
In der Wanderausstellung wurde unser Ansatz aus der Mitmach-Ausstellung beibehalten: Vom Rohstoff, über den Konsum bis zur Entsorgung durchlaufen Dinge eine Wertschöpfungskette, die oft mit der Verschwendung von Wertstoffen – und damit auch von Rohstoffen endet. Dieses lineare Modell ist durch einen Wegwerf Lebensstil geprägt und beherbergt leider zahlreiche negativen Folgen für Mensch und Umwelt in Deutschland und weltweit. Mit der Hilfe von elf Info-Bannern und unterstützenden Exponaten möchten wir die Menschen auf diesen Prozess aufmerksam machen.

Das Titelbild zeigt zuerst den großen Müllberg und weist auf die Thematik hin. Danach wird der Besucher durch die weiteren Roll-Ups geführt und zum alltäglichen Müll in Brasilien und in Deutschland informiert. In den beiden Ländern ist die Abfallmenge überdurchschnittlich hoch, wird aber unterschiedlich gehandhabt. Im rohstoffreichem Brasilien wird der Mangel an gesetzlicher Grundlage, Infrastruktur und allgemeinem Bewusstsein für die Mülltrennung durch die Arbeit einer informellen Abfallwirtschaft kompensiert. In Deutschland herrscht praktisch der um gekehrt Fall: Rohstoffknappheit, strenge Recycling-Regeln und ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Mülltrennung. Jedoch könnte es besser sein: sowohl die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Beruf der „Sammler von wiederverwendbaren und recycelbaren Materialien“ als auch ein effizienteres Recycling-System in Deutschland sind wünschenswert. Da die thermische Verwertung in Deutschland bereits als Recycling gilt, sprechen Umweltwissenschaftler von einer immer noch geringen Realquote im deutschen Re cycling-Modell, denn vieles wird verbrannt. Das bedeutet eine Verschwendung von wertvollen Wertstoffen und somit auch von Ressourcen.

Beispiele Aluminium und Papier
Auf den folgenden Bannern veranschaulichen wir an den Beispielen Aluminium und Papier, wie wir diese Rohstoffe alltäglich nutzen und welche Folgen dies für Mensch und Natur hat. Die Botschaften dieses Blocks werden von zwei Exponaten unterstützt. Um den krassen Kontrast der ökologischen Bilanzen von Recycling- zu Frischfaserpapier zu verdeutlichen, stehen die ökologischen Rücksäcke bereit. Damit können die Besucher die Holz-, Wasser- und Energiemenge sowie die verursachten Verschmutzungen dieser beiden qualitätsgleichen Papierproduktionsverfahren unterscheiden. Um die sozio ökonomische Folgen der Aluminiumherstellung zu visualisieren, wird ein Landschaftsmodell zum Bauxit-Abbau eingesetzt. Dabei erfahren die Besucher besonders, wie aufwändig die Gewinnung von Aluminium ist und haben nun einen konkreten Grund dafür, warum wir schonend damit umgehen sollten. Somit sind nun wichtige Hintergründe des Mülls angesprochen – vorher Rohstoff, nachher Wertstoff.

Müll in Deutschland und Brasilien
Weiterhin wird der Umgang mit Müll in Deutschland und Brasilien genauer unter die Lupe genommen und Ansätze für Reduzierung seiner Folgen dargestellt. In Brasilien sind die „Sammler von wiederverwendbaren und recycelbaren Materialien“ mit ihren Karren täglich im Einsatz und so für einen erheblichen Anteil der brasilianischen Recycling-Quote verantwortlich. Mittlerweile sind stark professionalisiert. Die entworfene Karre steht dabei als Modell zum Anschauen bereit. Hierzulande werden derzeit die Gesetze auf die Optimierung des Recycling-Systems angepasst und dazu die Abfallhierarchie beschrieben.
Ganz Oben steht das erste Gebot: Müllvermeidung. Denn der beste Abfall ist der, der gar nicht entsteht.

Um den Ansatz des Projektes zu stärken wurden die Info-Banner mit Leitungsröhren und Holzfüßen konstruiert. Anstatt herkömmlicher Roll-Ups aus Aluminium, haben wir diese Rahmen entworfen, die auch darüber hinaus einsetzbar sind und in der Produktion einen geringeren ökologischen Fußabdruck aufweisen. Die Banner lassen sich auch leicht als Vorhang an der Wand hängen und können für den schnellen Einsatz montiert werden. Ebenso können sie auch ohne die begleitenden Objekte die Botschaften sehr gut darstellen.

Weitere Exponate können dazu installiert werden: der Kaffeetisch mit Infos zu den Aluminiumkapseln, die riesige Pyramide mit dem deutschlandweiten Verbrauch von to-go-Bechern in einer Sekunde, die exemplarischen Alternativen für die Verpackung von Proviant der Kinder und Familien, die Mülltrennungsübung und die schweren Tüten mit unserer täglichen Abfallproduktion mit dem darin enthaltenen Verpackungsanteil.

Kreislaufwirtschaft
Zum Schluss wird das Modell der Kreislaufwirtschaft erläutert. Dabei wird klar: vor dem Hintergrund unserer Wirtschaft und den sozioökologischen Aspekten riecht der Müll nach Gold. Und überall, wo es Geld zu verdienen gibt, gibt es auch eine Lobby, die diese Einnahmen verteidigen.
Die Ausstellung ist kostenfrei bei FUgE ausleihbar (Transportkosten müssen vom Ausleiher getragen werden).
Die dazugehörigen Workshops können dazu gebucht werden.
Die Dauer der Aktivitäten ist flexibel. Sie reichen von einer Unterrichtsstunde bis zu einem ganzen Vormittag. Wichtig ist uns dabei, dass die SchülerInnen Handlungsoptionen kennen lernen und sehen, dass sie selber vieles tun können, um ihren ökologischen Rucksack klein zu halten.

UNSER ALLTÄGLICHER MÜLL
Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft

Eine Ausstellung über den Müll und über die vielen Gründe, warum wir ihn vermeiden sollten. Siehe Wanderausstellung HIER
Siehe Laufzettel zu dieser FUgE-Ausstellung

HIER

Jedes Jahr sterben mehr als 1000 Menschen auf Mülldeponien in Folge von schlimmen Arbeitsbedingungen. Diese Deponien lagern etwa die Hälfte der weltweiten Abfälle. Wenn sich nichts ändert, werden Deponien bis 2025 fast 10% der vom Menschen verursachten Treibhausgase er zeugen. Ressourcen und die Gesundheit vieler Menschen könnten durch eine geringere Müllproduktion geschont werden.

Die TÄGLICHE ABFALLMENE in den Haushalten, Betrieben und auf Baustellen ist enorm gestiegen. Was geschieht, wenn Bevölkerung und Pro-Kopf-Konsum weiter zunehmen?
Der SORGLOSE UMGANG mit Müll führt weltweit zu schweren sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen.

WERTSTOFFE IM ALLTAG
Wertstoffe sind Stoffe, die nach ihrem Gebrauch in andere Produkte umgewandelt oder in Rohstoffe aufgespaltet werden können. Man kann sie recyceln, wodurch sie zu neuen Produkten werden. Abfall oder Müll ist der unbrauchbare Rest, der bei der Verwendung oder Herstellung von Dingen entsteht.

WERTSTOFF ALUMINIUM
Aluminium ist weltweit das meist verwendete Leichtmetall. Wegen des geringen Gewichts, guter Stabilität und leichter Verarbeitung ist es fast überall anwendbar.

GEWINNUNG VON ALUMINIUM
Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdrinde, doch es kommt nicht in metallischer Form vor, sondern wird aus dem gemahlenen Gestein Bauxit gewonnen.

WERTSTOFF PAPIER
Wir benutzen täglich Papier: zum Lesen, Putzen, Verpacken und viele andere Tätigkeiten. Trotz Digitalisierung steigt der Papierverbrauch weltweit, das hat massive Auswirkungen für Regenwälder und den Klimawandel.

ROHRSTOFF FÜR PAPIER – DIE PAPIERHERSTELLUNG
Aus zerkleinertem Holz wird Zellstoff hergestellt, welches für Frischfaserpapier oder für die Auffrischung von Altpapier verwendet wird.

Müll und Recycling in Brasilien- KOOPERATIVEN FÜR EINE SAUBERE WELT
In Brasilien wird das Recycling zum größten Teil von den sogenannten „Catadores“, den Müllsammlern getragen. Sie sorgen dafür, dass der Abfall in den Städten sortiert und Recycling-Firmen zugeführt wird. Diese Arbeit sichert vielen Menschen den Lebensunterhalt.

MÜLL UND RECYCLING IN DEUTSCHLAND
In Deutschland wird der Müll ausgiebig getrennt. Doch wir sind eine „Wegwerfgesellschaft“ geworden. Es werden zu viele Einwegprodukte und Verpackungen verbraucht. Ein anderer Umgang mit Rohstoffen wird seit Langem diskutiert. Mülldeponien wurden verboten und neue Gesetze werden erlassen. Die Kosten der extrem wachsenden Abfallmengen sind für Umwelt und Wirtschaft immer noch zu hoch.

Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft heißt, dass die Herstellung, der Verbrauch und die Entsorgung von Produkten einen Kreislauf bilden. Dabei sollen möglichst wenig Rohstoffe verbraucht werden. Am besten entstehen keine Abfälle.


Eine Ausstellung von FUgE Hamm.
Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Zur Zusammenarbeit im Schulnetzwerk „Eine Welt im Wandel – heute handeln, morgen gestalten“

Zum Abschluss des Projektes „Unser alltäglicher Müll“ ging die Wanderausstellung Mai 2019 in eine Tournee durch die Schulen der Region. Durch die Zusammenarbeit im Schulnetzwerk „Eine Welt im Wandel – heute handeln, morgen gestalten“ und mit der Soester Hannah-Arendt-Gesamtschule wurden vier Stationen ausgewählt, in denen Schüler und Schülerinnen noch vor den Sommerferien Gedanke über die unglaubliche Mengen unseres alltäglichen Müll machen können.
Tagebuch der Wanderausstellung
Das Hammer Netzwerk ist im Rahmen der Kampagne „Schule der Zukunft“ entstanden und verbindet sechs Schulen, eine Kita und vier Partnerorganisationen (darunter FUgE) in Aktionen zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Eine dieser Aktionen ist die kleine Tournee der Wanderausstellung. Während der Ausstellungszeitraums können die Infobanner von allen Menschen gesehen werden, die durch die Fluren und Foyers der Schulen spazieren. Für die Schüler und Schülerinnen werden dazu Arbeitsblätter bereitgestellt, anhand dessen die wichtigste Botschaft der Ausstellung herausgearbeitet werden soll: Müll vermeiden. Aber nicht nur der didaktische Inhalt wird dabei erarbeitet, denn die Schüler und Schülerinnen sind Teil der Ausstellungsplanung und sind beim Auf- und Abbau sowie der Betreuung der Ausstellung engagiert. Das Verantwortungsbewusstsein für einen sauberen Planeten findet schon jetzt statt!

1. Station – Friedrich-Ebert-Realschule (Hamm): 20. bis 29. Mai 2019
Nahezu alle Klassen beschäftigten sich mit der Müllproblematik. Das Lösungswort „Müll vermeiden“ war anderthalb Woche das tägliche Programm. und das hofften auch die engagierten Schüler der 8d und 7d, die sich um eine geordnete Entsorgung des Altpapiers kümmern und Schreibutensilien aus Plastik für das Recycling gesondert sammeln.
Schon seit Jahren steht ein großer Altpapiercontainer auf dem Schulhof und seit dem Frühjahr 2018 gibt es die Stifte-Aktion, durch die auch ein Sozialprojekt unterstützt wird. Übrigens: Seitdem liegt viel weniger Müll auf dem Schulhof!

2. Station – Sophie-Scholl-Gesamtschule (Hamm)
5. bis 14. Juni 2019
Bald wird hier die Erfahrung erzählt!

3. Station – Hannah-Arendt-Gesamtschule (Soest)
17. bis 28. Juni 2019
Bald wird hier die Erfahrung erzählt!

4. Station – Arnold-Freymuth-Schule (Hamm)
01. bis 05. Juli 2019
Bald wird hier die Erfahrung erzählt!