02.07.2020: Rückblick auf die Eine-Welt-Arbeit Hamm/Hellweg

Rückblick auf die Eine-Welt-Arbeit Hamm/Hellweg
Claudia Kasten und Marcos A. da Costa Melo, Eine-Welt-Promotor/in
Gut vorbereitete Filmvorführungen, Diskussionsforen und Ausstellungen zu Umweltschutz-, Menschenrechtsarbeit und zur Fairtrade-Kampagne konnten leider wegen Covid-19 in der Region nicht durchgeführt werden.

Einige Veranstaltungen fanden jedoch vor dem Lockdown statt, u. a. der Vortrag „So(ja) und so nicht – Die industrielle Landwirtschaft und die Brände im Amazonasgebiet“ am 23. Januar 2020in der VHS Hamm. Dr. Antônio Andrioli von der Bundesuniversität Südbrasiliens referierte über das Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Massentierhaltung in Deutschland und dem Soja-Boom in Brasilien, das zum Pestizideinsatz, zur Brandrodung im Regenwald und zu Menschenrechtsverletzungen gegen Klimaschützer, Indigene und traditionelle Gemeinschaften führt. Insgesamt werden über 35 Millionen Hektar (eine Fläche so groß wie Deutschland) für den Soja-Anbau gebraucht. Nach Deutschland werden 13 Millionen Tonnen Soja importiert, das entspricht einer Fläche von Mecklenburg-Vorpommern. Abschließend hob er die Rolle des neuen Freihandelsabkommens EU-Mercosur hervor, welches die Brände im Amazonas beschleunigen wird.

Beim Erzählcafé zum Weltgebetstag der Frauen am 6. März2020 im FUgE-Haus berichteten Dr. Claudia Wegener und Bulemu Mutale über die Lage der Frauen und ihre lokalen Netzwerke zwischen Sambia und Zimbabwe. Im Vordergrund standen ihre Lebensgeschichtenvor und nach dem Bau des Sambesi-Staudamms und die seit einigen Jahren erfolgreiche Produktion und Vermarktung von Körben, Kunsthandwerken, Fisch, Seife und Baobab-Saft. In entspannter Atmosphäre diskutierten die anwesenden Frauenüber die Situation von Frauen in Zimbabwe und Deutschland und fragten immer wieder neugierig nach, wie das Leben in Zimbabwe aussieht.
Der Nachhaltigkeitstag in der Jugendkirche am 7. März 2020,der von Christina Maria Piechatzek in Kooperation mit der Jugendkirche organisiert wurde, lockte über100 Besucher an, die sich informierten und ausprobierten. So wurden Wachstücher aus Rapswachshergestellt, Brotbeutel und Abschmink-Pads genäht oder auch gehäkelt. Die OpenGlobe-Gruppe bot darüber hinaus eine Kleidertauschparty an, im Repair-Café wurde fleißig repariert und das FabLab stellte sein Angebot vor, während auch über Zero Waste informiert wurde. Den Blick auf die Eine Welt brachte FUgE mit sei -ner Ausstellung „Rohstoffwunder Handy“ in die Veranstaltung. Mit einer Sammelaktion von alten Handys wurde zudem gleich auch eine Handlungsoption aufgezeigt.
Nach dem Lockdown fand dank des Engagements der Steuerungsgruppe Fairtrade Town Lippstadt der Vortrag „Schuften oder Schule“ am 4. Juni in der VHS Lippstadt statt. Pastor Romesh Modayil aus Indien und Pfr.in Margot Bell gaben einen Einblick in die Lage der ausbeuterischen Kinderarbeit in Asien und weltweit und stellten Auswege für Minderjährige aus dieser Situation dar, durch den Kauf von Produkten aus dem Fairen Handel und die Unterstützung der Initiative Lieferkettengesetz, das eine Sorgfaltspflicht deutscher und europäischer Unternehmen fordert, aber auch durch Spenden für das Projekt „Raus aus der Sklaverei“ von Brot für die Welt.
Diese entwicklungspolitische Bildungsarbeit in der Hellwegregion findet im Rahmen des Promotor*innen-Programms für Eine Welt NRW und wird von Engagement Globalg GmbH im Auftrag des BMZ gefördert.